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» Katzengeschichten

Katzenjammer!

Auf unserem Hof hatte es schon immer Katzen gegeben. Kleine, große, bunte, schwarze und getigerte Katzen. Sie lebten ein Leben in Freiheit, bekamen morgens ihr Frühstück nach alter Bauernsitte vor der Milchkammer serviert, schliefen im Stroh, zogen dort ihre Kinder groß und wanderten auf die umliegenden Höfe ab, wenn es ihnen bei uns nicht mehr gefiel oder es zu eng geworden war. Im Laufe der Zeit und mit fortschreitendem Tierschutz erbarmte sich seinerzeit meine Mutter als geborene Städterin hinter dem Rücken meiner Großeltern und ließ nach und nach die Katzen kastrieren. So pendelte sich der Katzenbestand auf 1-2 Tiere ein. Die ein oder andere war eher häuslich, doch die meisten Katzen die mich im Laufe meines Lebens begleitet haben, zogen ein Heulager dem Wohnzimmer vor.

Dazu kam, dass mein Mann ein echter Katzenhasser war. Katzen geben Widerworte, Katzen gehorchen nicht, Katzen lassen sich nicht dressieren. Alles Charaktereigenschaften die ein Mann nur bei einem potentiellen Weibchen zu tolerieren bereit ist, nicht jedoch bei einem kleinen eigensinnigen Pelzwesen. Dann sollte es schon lieber ein Hund sein. Nichtsdestotrotz blieben mir 1-2 Stallkatzen immer erhalten. Die Beziehung zu Katzen änderte sich allerdings als Drops seinerzeit zu unserer Familie stieß.

Es ist ziemlich genau 14 Jahre her. Ich erinnere mich deshalb so genau, weil ich mit unserer Großen schwanger ging, es ein verdammt heißer Sommer war und keine halbe Stunde verstrich, ohne dass ich mich über die Toilette beugen musste um mir meine reichlich ausgefallenen Zwischenmahlzeiten noch mal durch den Kopf gehen zu lassen.

Zwischen den einzelnen Würgeattacken startete ich dann an einem Tag in der Ernte den kraftlosen Versuch, meinem Mann beim Abladen eines Heuwagens zu helfen. Und wie ich so auf einem Heuballen saß und darüber nachdachte, ob ich mir lieber ein Schinkenbrot mit Marmelade oder eine Honigschnitte mit Gewürzgurken machen sollte, da zog mein Mann vor meinen Augen mit spitzen Fingern ein winziges, rotes Fellbündelchen zwischen den Heuballen hervor. Ein klitzekleines Katerchen, maximal 3 Wochen alt. Ich kam nicht dazu was zu sagen da ich schnell zum Misthaufen stürmen musste um die Riesenportion Vanilleeis wieder loszuwerden.

So gaben wir dann ein klasse Bild ab, die kotzende Frau, die auf allen Vieren vorm Misthaufen krabbelte, der Mann der der Frau mitleidig den Rücken mit der einen Hand tätschelte und mit der anderen noch das rote Bündel im Nackenfell hielt.

„Geht es dir besser Schatz?“ fragte mein Mann besorgt, „soll ich dir ein Glas Wasser bringen?“ „Neneee“ antwortete ich gurgelnd, „lieber einen sauren Drops.“

Daraufhin drückte mir mein Mann liebevoll das Katerchen in den Arm und sagte: „Da haste deinen Drops und auch schon mal was zum üben...“ So kam Drops zu seinem Namen und er ergriff mit unglaublicher Selbstverständlichkeit Besitz von unserem Leben. Nicht nur dass er als Flaschenkind, dass er ja noch war, zwei bis dreimal nachts nach einer Mahlzeit schrie, nein, er eroberte mit einer solchen rasanten Geschwindigkeit die Gunst meines Gattens, dass ich mich heute noch wundere.

Wahrscheinlich lag es an dem erwachten Nestbauinstinkt des werdenden Vaters und der Hilflosigkeit des Tierkindes. Mein Mann war nach drei Tagen versessen darauf, dem Kleinen die Flasche zu geben und nahm das anschließende Bäuchleinrubbeln mit Küchenpapier sehr, sehr ernst. Er war nicht eher zufrieden bis „Dropsi nicht strullistrulli gemacht hatte“ oder Papas Mühe sogar mit einem „Häufidäufi“ belohnt wurde.

Drops wuchs nicht minderschnell heran wie mein Bauch und als ich 5 Monate später endlich meine Tochter zu Welt brachte, da hatte mein Mann Drops schon zu einem ordentlichen Katzenbild herangemästet. Als meine Tochter ihren ersten Geburtstag feierte, da saß am Geburtstagstisch zwischen allen Verwandten ein gestandener Kater von 5,5 Kilo. Der Sportlichste war unser Drops nie gewesen, er hatte eher etwas aristokratisches und las jeden Tag gewissenhaft mit meinem Mann zusammen die Zeitung. Mein Mann setzte sich dazu in seinen Sessel und legte die Füße hoch. Schwupps saß Drops auf seinen Knien und starrte die Zeitung von der anderen Seite an. Irgendwann fiel der Kopf meines Mannes sacht in den Nacken und unser Wohnzimmer hallte wider von markanten Schnarchgeräuschen, in die Drops mit monotonem Schnurren einfiel. Ja das war eine echte Männerfreundschaft die da entstanden ist!!!!!!! Umso schlimmer war es, als unser Drops im letzten Winter matt und lustlos wurde.

Mein Mann, außer sich vor Sorge, trug seinen Kumpel höchstpersönlich in eine namhafte Kleintierpraxis und ließ ihn durchchecken. Die Diagnose war niederschmetternd. Eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz kombiniert mit einem Nierenleiden und dem nun doch schon hohen Alter ließ uns wissen, dass unser gemeinsames Leben mit Drops seinem Ende zuging.

Tablette und Tropfen, regelmäßige Spritzen brachten nur kurze und trügerische Erfolge. Vor einigen Monaten wollte Drops dann meinem Mann zum Zeitunglesen auf den Schoß springen, viel aber wieder zurück auf den Boden. Abends fraß er nichts mehr. Mein Mann saß die ganze Nacht im Sessel, auf seinen Knien unseren Drops. Am nächsten Morgen wussten wir dass die Zeit gekommen war sich zu verabschieden. Drops war regelrecht apathisch. Und wie das nun mal so ist in diesen Situation, den letzten Gang müssen wir Frauen antreten weil unsere Männer das „mental nicht verkraften“. Wer fragt uns wie wir uns fühlen wenn wir im Wartezimmer sitzen, den Katzenkorb auf den Knien und darin von unserer Hand permanent gestreichelt einen kleinen Körper, der nun in wenigen Minuten seinen letzten Atemzug tun wird.

Wir haben Drops neben unserer Terrasse beerdigt. Im Sommer essen wir dort immer zusammen zu Abend und wir hoffen ihn so irgendwie noch bei uns zu haben. So schwer mir der Abschied von Drops gefallen ist, mein Mann verhielt sich nicht mehr rational und ich begann nach einer Woche mir ernsthaft Sorgen um ihn zu machen. Die ersten Nächte hat er geweint. Er dachte ich würde es nicht merken und ich ließ ihn in dem Glauben.

Seine Zeitung, bisher sein Heiligtum, beachtete er nicht mehr. Seinen Sessel mied er nicht nur, er weigerte sich regelrecht darin Platz zu nehmen. Reden ist nicht so seine Stärke, war es nie. Sich zu seinen Gefühlen zu bekennen fällt ihm von jeher schwer.

Mein Mann wurde wortkarg und mürrisch. Freunde und Einsteller fragten mich mehr oder weniger direkt, warum bei uns der Haussegen so schief hinge. Was sollte ich ihnen anderes erzählen als die Wahrheit, dass mein bärbeißiger Mann mit seiner Brömmelstimme um seinen langjährigen Katerkumpel trauerte. „Mensch Bea“ hieß es „besorge ihm doch ne neue Katze!“ Als wenn das so einfach wäre.

Drops war etwas Besonderes und Männerfreundschaften lassen sich nicht erzwingen.

Mit den Wochen kriegte er sich langsam wieder ein, nur Zeitunglesen machte ihm keinen Spaß mehr.

„Hat er immer noch keine neue Katze?“ fragten Freunde und Bekannte und Verwandte Wochen später. „Nein, hat er nicht“ antwortete ich immer wahrheitsgemäß, denn ich kenne ja meinen Mann und er lässt sich nun mal nicht zwingen. Wenn dann soll er sich selber eine Katze besorgen. Wieder einige Wochen später merkte er mal beiläufig an, dass er sich vielleicht eventuell bei Gelegenheit und wenn er nichts Besseres vor hätte, auf einer Rassekatzenausstellung umsehen wollte. Ich schlug ja fast der lang hin!!!!!!! Mein Mann auf einer Katzenausstellung??????????? Tatsächlich fuhr er wenig später mit seiner Mutter, welche meine Schwiegermutter ist, und unserer ältesten Tochter zu einer Katzenausstellung. Ich hatte leider keine Zeit, weil ich an diesem Wochenende einige Leute zum Turnier fahren musste.

Schwer begeistert kam meine Familie zurück. Schwiegermama war von den samtigen Kartäusern angetan, meine Tochter berichtete begeistert von Norwegischen Waldkatzen, mein Mann gab beschämt zu, dass er die Rex-Katzen sehr apart fände, aber auch Burmas und Siamesen und Ragdolls einfach nur toll seien.

Aha dachte ich, wenigstens weißte jetzt ein gescheites Geburtstagsgeschenk. Heimlich machte ich mich auf die Suche nach einem würdigen Dropsnachfolger und versuchte mein Glück zunächst im örtlichen Tierheim. „Wissen Sie überhaupt wie alt so ein Tier werden kann?“ Die Dame im Büro lupfte prüfend die Augenbrauen und schaute mich streng an.......“und wissen Sie, dass Sie die nächsten 10 –15 Jahre eine dauernde Verpflichtung eingehen?“ Nun ähm, ja schon, so etwas Katzenerfahrung hätte ich schon, gab ich zurück und verschaffte mir so die Gnade, der strengen Dame ins Katzenhaus folgen zu dürfen.

Etwa 20 Katzen und Kater, überwiegend schwarz/weiß lümmelten in den 2 Räumen herum. „Hätten Sie lieben eine Katze oder einen Kater?“ flötete die strenge Dame.“Egal“ sagte ich.

„Wie alt soll das Kätzchen denn sein?“ zirpte die strenge Dame. „Egal“ sagte ich.

„Nun sie müssen doch irgendwelche Vorstellungen haben!“ die strenge Dame schlug wieder einen strengen Ton an. „ähem“ sagte ich. „Irgendeine Rassekatze vielleicht?“

In manchen Büchern steht an ähnlich dramatischen Stellen, „und da verfinsterte sich ihr Gesicht“ oder „ein Schatten glitt über ihr Antlitz“, aber was sich in diesem Moment im Gesicht der strengen Dame zutrug, findet kein Äquivalent in der Weltliteratur.

Ich will es mal so formulieren: Sie zuckte zusammen wie unter einem elektrischen Schlag und in der Finsternis ihres Antlitzes entgleisten sämtliche Sonderzüge der Deutschen Bahn zur Rush-Hour. „Für eine gute Katze braucht es weder Farbe noch Papiere“ fauchte sie und war so beleidigt als hätte ich eine abfällige Bemerkung über ihr altmodisches Brillengestell gemacht.

Ich gebe zu, den Spruch mit den Papieren und der Farbe kannte ich schon, wenn auch in anderem Zusammenhang........

Nach diesem ersten und gründlich missglücktem Versuch zum Neuerwerb eines Katzentieres, kontaktierte ich eine alte Klassenkameradin und aktive Katzenschützerin. Sie versprach sich für mich umzuhören und rang mir bei dieser Gelegenheit die Zusage ab, einer halbwilde, schwervermittelbaren Problemkatze in meinem Stall Obdach zu gewähren. Es sei auch ein Kater aber nicht sehr schmusig und auch nicht sehr hübsch weil er ziemlich klobig sei und einen schwarzen Fleck überm linken Auge hätte wie eine Augenklappe. Von der Idee der Geburtstagsüberraschung für meinen Mann war sie ziemlich begeistert und in der Tat rief sie mich keine drei Tage später an und berichtete aufgeregt dass sie DEN Ersatzkater für uns gefunden hätte. Einen 4 Monate alten Abessinier, der einer Züchterin gehörte die eine Bekannte einer Freundin der Putzfrau ihres zweiten geschiedenen Mannes sei. Für nur 250 Euro zu haben da ein echter Notfall wegen Ehescheidung, Rosenkrieg und Rinderwahn. „Abessinier sind ja soooo anhänglich“, schwärmte sie und lobte die Tiere in den höchsten Tönen. Ich hatte natürlich nicht den Schimmer einer Ahnung wie ein Abessinier aussieht aber die Tatsache dass diese wohl ein rötlich beiges Fell haben, überzeugt mich schließlich.

Einen Abend vor dem Geburtstag meines Mannes fuhr ich unter dem Vorwand meine Freundin zu besuchen ins Nachbarstädtchen, löste bei meiner Schulfreundin das Versprechen ein und ließ mir einen Korb mit einem fauchenden und randalierendem und hässlichen Kater in den Kofferraum laden und fuhr dann weiter zum Erwerb unseres Edelkaters.

„Ranuh ist so ein lieber Kerl“ begrüßte mich die Abessinierzüchterin mit kehligem Unterton in der Stimme. „Ich würde ihn ja so gerne behalten aber ich muß das Haus aufgeben.........“

wer mich kennt der weiß dass ich ja immer ein offenes Ohr für anderer Leuts Probleme habe und so wurde das ein längeres Gespräch, dass damit endete dass ich nicht nur Ranuh im Katzenkorb hatte sondern zusätzlich noch eine etwas ältere Somalikatze namens Djara.

Mit schlechtem Gewissen gegenüber dem Wildkater im Kofferraum fuhr ich heim, versteckte die Edelkatzen in der Sattelkammer und sperrte den Wildkater zum Eingewöhnen auf den Heuboden.

Am nächsten Morgen nahm ich unsere neuen bepelzten Kapitalanlagen auf den Arm und trug sie zu meinem noch schlafenden Mann ans Bett. Die beiden Katzen, die die menschliche Zuwendung eine ganze Nacht entbehren mussten, inspizierten das Schlafzimmer und meinen strahlenden Mann und ich war sehr zufrieden mit mir bis die Tür aufging und meine Kinder mit jeweils einem Katzenbaby auf dem Arm ins Schlafzimmer kamen und fröhlich Happy Birthday sangen. Meine Bälger hatten ihre Geburtstagsüberraschung auf dem Dachboden versteckt und mir nichts davon erzählt damit ich ihnen keinen Strich durch die Rechnung machen konnte. Was folgte war ein reger Betrieb im Schlafzimmer, 4 kleine Pelzwesen die sich anfauchten und übereinander herfielen, zwei kreischende Teenager, ein nachdenklich wirkender Ehemann und eine haareraufende Ehefrau. Es kostete schon etwas Mühe das Chaos zu sortieren. Die feindlichen Katzenbanden wurden zunächst in unterschiedlichen Zimmern einquartiert, mein Mann fuhr zur Arbeit. (Ich brauche nicht erwähnen dass er mal wieder den Ausdruck „Irrenhaus“ vor sich her brömmelte), ich fütterte den wirklich nicht sehr hübschen Straßenkater auf dem Heuboden, der sich erstaunlicherweise sogar anfassen ließ, und begann dann mit den Vorbereitungen für den bevorstehenden Grillabend anlässlich des Geburtstages meines GG.

Mein Mann hatte nur einen halben Tag gearbeitet und spielte mit den Katzenkindern bis zum obligatorischen Kaffeetrinken mit seiner Mutter, welche meine Schwiegermutter ist und die heute einen großen Karton mit Löchern drin strahlend auf den Gartentisch stellte.

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag mein Sohn“ frohlockte sie und mein Mann zog ein Gesicht als hätte er Zahnschmerzen. Der aufmerksame Leser kann sich an dieser Stelle sicherlich denken was der geheimnisvolle Karton enthielt. Richtig! Ein Katzenbaby!!! Genauer gesagt ein Ragdollkaterchen. Nun damit waren es 5. Eigentlich 6 wenn man den ungeliebten Kater auf dem Dachboden mitrechnete. Den hatte ich allerdings verschwiegen weil ich eine günstige Gelegenheit abwarten wollte. In diesem Moment war mir klar dass das nächste Zeitfenster für eine günstige Gelegenheit nicht vor August 2014 zu erwarten wäre.......

Wie bereits anfänglich erwähnt ist Sprechen nicht so die Stärke meines Mannes und so beschränkte er sich auf ein höfliches Dankeschön und streichelte dem Ragdollkaterchen freundlich den Kopf wobei er mir einen verzweifelten Blick zuwarf.

Unsere Einstaller gesellten sich gegen Abend zu uns, da wir sie zum Grillen auf unserer Terrasse eingeladen hatten. Nachdem alle erwarteten Gäste eingetroffen waren erhob sich der Schweinemann, klopfte an seine Bierflasche um sich Gehör zu verschaffen und lobte lautstark meinen Mann als besten Teilzeitbauern der Welt und betonte dass sich die Stallgemeinschaft lange überlegt hätte, was man ihm denn Gutes zu seinem Ehrentag tun könne und sei zu dem Entschluss gekommen, (hier machte er eine ausladende Geste und winkte zwei von unseren Kiddis herbei die einen Karton mit Luftlöchern trugen) ihm ein ganz persönliches Geschenk machen zum müssen. Die Stallgemeinschaft hätte zusammengelegt und würde hoffen, seinen Geschmack getroffen zu haben. Mein Mann sagte nichts sondern starrte mich nur an als er in den Karton griff und eine waschechte Siamesin heraushob die sich sofort begeistert an ihn schmiegte.

Sieben, dachte ich in diesem Moment, jetzt sind es sieben und verschob das Zeitfenster für eine günstige Gelegenheit auf Januar 2018. „Wenigstens habe ich keine doppelt“ murmelte mein Mann ergeben und trug die Siamesin zu dem Ragdollkaterchen ins inzwischen dritte eingerichtete Katzenzimmer.

Dies war dann auch die letzte Katze des Tages. Mein Mann hatte aber vorsichtshalber vorm Zubettgehen noch mal vor die Tür geschaut ob da nicht noch ein weiterer Karton mit Löchern stand. Ich glaube gewundert hätte ihn das nicht.

Aber mein Mann wäre nicht mein Mann wenn er nicht so wäre wie er nun mal ist und warum er auch mein Mann geworden ist. Im Bett sagte er dann grinsend zu mir dass er sich zu seinem nächsten Geburtstag lautstark einen Porsche wünschen würde und es ihm nichts ausmachen würde wenn die Kommunikation genauso gut klappen würde wie bei der Katzensache.

Ach ja, er ist schon ein Schatz. Trotzdem war ich froh dass es Sommer war und ich das halbe Dutzend Katzenkinder adeliger und nicht adeliger Herkunft nach Draußen verbannen konnte. Dort tummeln sie sich jetzt mit großer Begeisterung. Die Abessinier, Somalis, Ragdolls , Siamesen und trivialen Hauskatzen bevölkern Pferdställe, Sattelkammern, Heuböden und Scheune und fühlen sich anscheinend pudelwohl. Überall maunzt und miemst es, überall trifft man auf kleine, schnurrende, edle und hübsche Katzenkörper.

Überall?

Nein nicht überall!

Auf den Knien meines zeitungslesenden und schnarchenden Mannes liegt keine schnurrende, zierliche Edelkatze sondern ein ziemlich hässlicher, klobiger Hauskater mit einen schwarzen Fleck überm linken Auge wie eine Augenklappe.

Autorin: Flunke


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