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Gestatten? „Carlo“ mein Name!
Den habe ich von einem Zweibeiner, der eigentlich gar keine Katzen mag! Wie ich dazu kam? Ich erzähle es dir! Meine zweibeinige Katzenmama wollte schon immer eine Fellnase haben. Aber sie hatte schon einen Sohn, der Markus heißt! Und dieser hat eine Allergie, ausgerechnet gegen solche Schnurrer, wie ich einer bin!
Da sie immer wieder mit dem Gedanken an ein Kätzchen spielte, kam ihr ein gar kleiner Winzling, von dem sie meinte, dass er ein Streuner sein müsse, an den Müllkübeln vor dem Haus sehr recht. Egal, was passieren würde... Sie nahm ihn mit und verliebte sich prompt in dieses Tierchen. Ein paar Tage verwöhnte sie es und es gefiel allen! Naja, Markus halt nicht ganz so doll... Aber als er dem Samtpfötchen einen Namen geben sollte, da war das Eis gebrochen! „Mogli“ sollte der neue Mitbewohner heißen. Doch es kam anders, denn plötzlich stand der Besitzer in der Tür, der ein Zettelchen von meinem künftigen Frauchen sah, auf dem sie den Leuten schrieb, dass sie ein Kätzchen aufgenommen hatte.
Da wurde sogar Markus traurig und meine zweibeinige Katzenmama wischte sich trotzig die Tränen ab und begann ohne Ende zu telefonieren bis sie einen Bauernhof fand, der Katzenkinder abgab! Und kurz vor dem Abend des gleichen Tages ging es dahin! Eine Stunde Fahrtweg, bald wurde es dunkel...
Was waren da für hübsche Kätzchen! Nur mit aussuchen wurde nichts, die Bauersfrau zeigte auf mich. Und ich? Konnte mich nicht einmal auf meinen kraftlosen Beinchen recht halten, als ich neugierig aufstand. Mein Köpfchen war schnodderig, aus den Augen konnte ich die Frau, die mich gleich mitnehmen würde, kaum sehen. Sie waren vereitert und mir lief das Näschen. Hochgehoben hörte ich einen Seufzer: „Na, dann nehme ich eben den!“... Mit Blumen und Geld hat man mich bezahlt – was für ein Herz für mich!
Und dann ging es in ein Auto, wo entdeckt wurde, dass ich voller Flöhe saß! In einem gemütlichen Zuhause angekommen, wurde weiter telefoniert! Jetzt, kurz vor Einbruch der Nacht musste ein Tierarzt gefunden werden, der mir helfen sollte. Der erste, den Frauchen erreichte, war wohl müde! Denn er sagte: „Wenn das Tier noch leben sollte bis dahin, kommen Sie morgen!“ Nicht mit meiner katzenliebenden Mama! Sie telefonierte weiter und der zweite Arzt hatte ein Herz! Er versorgte mich bestens! So kam es, dass ich noch um Mitternacht in ein herrlich warmes Shampoobad getaucht wurde und zur Freude meines Frauchens zeigte sich sogar mein Lätzchen unter dem Hals! Das konnte man vor lauter Schmutz bisher gar nicht sehen! Nachdem ich fein getrocknet und gekämmt war, durfte ich in Katzenmamas Armen in ihrem Bett mit schlafen!
Am nächsten Morgen habe ich sie gewaltig erschreckt! Statt in ihren Armen zu kuscheln, hatte ich es mir in Papas großem,warmen Schuh gemütlich gemacht! Immerhin wurde diese Neugier vorher von dem feinen Fresschen geweckt, was da in der Küche stand! Dass ich mit offenen, klaren Augen schaute, konnte Keiner fassen! Ja! Es ging mir super gut und ich habe mich von da an sehr schnell erholt und nun sehe ich so nett aus wie auf dem Foto!
Bei jeder Gelegenheit bedanke ich mich mit Schnurren und Schmeicheln! Dafür bekomme ich auch wieder Streicheleinheiten – ist das schön! So ganz verstehe ich ja nicht, wie es gemeint ist: man sagt von mir, ich hätte ein Gesicht wie ein kleiner Clown und kann damit drollig-putzige Grimassen machen! Sollen sie ruhig über mich lachen diese Zweibeiner, dann freue ich mich mit, ich weiß ja, dass ich geliebt werde! Und da wir einmal bei diesem Thema sind:
Nach ein paar Monaten wurde ich ganz rappelig! Ich maunzte und suchte etwas, wovon ich nicht einmal genau weiß bis heute, was! Weil Frauchen mit mir nochmals zum Tierarzt fuhr und als der mich zum Schlafen gebracht hatte, zwickte es hinterher dolle an einer ganz bestimmten Stelle! „Nun wird er ruhiger werden!“, hörte ich hinter einem Schleier den Doktor sagen und: „Eine Sterilisation war das Beste! “Na! Ich weiß es nicht, aber interessiert hat es mich nicht, ich habe weiter herum gemaunzt und gesucht, als ich wieder fit war!
Vielleicht war es Kira, die mir fehlte? Erst hat sie mich ja verhauen! Aber seit Jahren sind wir nun ganz enge Freunde! Ich habe aufgehört zu suchen, weil ich wohl alles habe, was so einem Schnurrer wie mir zum Katzenglück fehlt: liebe Zweibeiner und eine reizende Vierbeinerin! Nichts davon möchte ich mehr hergeben!
NS: Markus? Er hat mich genauso lieb! Vielleicht liegt es ja daran, weshalb ich ihn schnell in mein Herz geschlossen habe und zu gern in seiner Nähe war! Weil ich gerade ihm sagen wollte: Liebe ist stärker als eine Allergie!
Autorin: Marion Wiechert
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