Katzen: So klappt’s mit der Erziehung
Was eine wohlerzogene Katze können sollte. Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. 11.03.06
 » (c) Foto: Mar N. | Katzen lassen sich nicht erziehen. Dieses Vorurteil ist ebenso alt wie falsch. Jedes Kätzchen, das 12 Wochen unter der Obhut seiner Mutter herangewachsen ist, kann den Gegenbeweis antreten: Es hat eine perfekte Erziehung genossen und dabei so ziemlich alles gelernt, was in der Katzenwelt wichtig ist. Jetzt muss es nur noch lernen, welche Regeln im Umgang mit seiner neuen Menschenfamilie gelten.
Eine nach menschlichen Maßstäben wohlerzogene Katze sollte
· stubenrein sein. Kein Problem: Die meisten Katzen haben in ihrer Kinderstube bereits gelernt, wozu das Kistchen mit der Streu gut ist, die anderen merken es schnell. Das Katzenklo sollte an einem ungestörten Ort stehen, gleichermaßen entfernt vom Schlaf- und Futterplatz. Dass es regelmäßig sauber gehalten wird, versteht sich von selbst. Es sollte eine Katzentoilette pro Tier vorhanden sein.
· auf ihren Namen hören. Das tun Katzen nur, wenn sie mit dem Klang etwas Angenehmes verbinden. Für den Menschen heißt das: Beim Schmusen, Spielen und Füttern immer wieder den Namen aussprechen - niemals aber beim Schimpfen. Kommt das Tier, wenn es gerufen wird, hat es stets eine Belohnung verdient: Leckerbissen, Lob oder liebevolles Streicheln.
· Verbote akzeptieren. Ein scharfes "Nein" oder kurzes Händeklatschen stoppt die Katze, wenn sie im Begriff ist, etwas Unerwünschtes zu tun - also versucht, an ihrem Menschen oder an der Gardine hochzuklettern, Jagd auf nackte Waden macht oder Kurs auf verbotene Ziele nimmt wie zum Beispiel den Herd (gefährlich!), den Esstisch, die Computertastatur oder das Bord mit dem feinen Porzellan.
· nichts zerkratzen. Teppiche, Polstermöbel oder Tapeten werden nur zu oft Opfer von Katzenkrallen. Krallenwetzen muss sein, erfolgreiche Erziehung heißt: Die Kratzlust auf die bereit gestellten Wetzgelegenheiten umleiten: Kratzbaum, Wetzbrett, Sisalrolle oder bringen Sie ab und zu Äste vom
Spaziergang mit (die neuen Gerüche sind für Hauskatzen wie für uns eine neue Zeitung).
· nicht betteln. Menschen essen am Tisch, Katzen an ihrem Futterplatz. Auch Leckerbissen werden nicht vom Tisch gegeben, sondern in den Napf gelegt. So kommen die kleinen Räuber gar nicht erst auf dumme Gedanken.
Die wichtigsten Verbündeten bei der Katzenerziehung sind Freundlichkeit, Geduld und Konsequenz. Von Strafen sollte man absehen. Katzen verknüpfen solche Maßnahmen nicht mit vorausgegangenen "Missetaten", fühlen sich grundlos schikaniert und verlieren ihr Vertrauen zum Menschen. Viel besser: Erwünschtes Verhalten konsequent loben und belohnen. Und falls "Nein" oder Händeklatschen mal nicht ausreichen, um ein Verbot durchzusetzen, hindert ein gezielter Strahl aus der Wasserpistole den "Sünder" an seinem Tun - vorausgesetzt, er merkt nicht, wer da schießt. Ein anderer Trick empfiehlt sich bei Gefahr im Verzug: Der Katze kurz ins Gesicht pusten. Das entspricht dem Fauchen, das jede Katze noch aus ihrer Babyzeit kennt. Wann immer die Kleinen gefährlichen Unsinn anstellten, fauchte die Mama sie an: "Lass das" - und wurde verstanden.
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