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Wie gefährdet ist mein Tier?
Krankheiten, die in Deutschland von Flöhen auf Katzen übertragen werden
Quelle: Pressebüro Vennebusch
21.12.06


» Kratzen = Flöhe?
In Deutschland gibt es drei Krankheiten, die über Flöhe auf die Katze übertragen werden können: die Infektiöse Anämie, die so genannte Katzenkratz-Krankheit (cat scratch disease) und die Dipylidiose, eine Infektion mit dem Gurkenkernbandwurm. Darüber hinaus weisen Ergebnisse aktueller Untersuchungen von Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Leiter des Instituts für Parasitologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, darauf hin, dass der Floh als Überträger weiterer Viren und Bakterien in Frage kommt und damit nicht nur die Gesundheit des Tieres, sondern auch die des Menschen bedroht.

cat scratch disease
Die Katzenkratz-Krankheit wird ausgelöst durch das Bakterium Bartonella henselae. In Deutschland sind rund 13 % aller Hauskatzen und bis zu 70 % aller streunenden Katzen infiziert. Zu einer Erkrankung des Tieres kommt es selten, viel riskanter ist die Übertragung auf den Menschen. Denn: Kratzt oder beißt eine infizierte Katze einen Menschen, so drohen bei diesem schmerzhafte Lymphknotenschwellungen, kombiniert mit Fieber, Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen. In schweren Fällen folgen dauerhafte Schädigungen der Lymphknoten und neurologische Probleme, die stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Infektiöse Anämie
Die Infektiöse Anämie der Katze wird verursacht durch das Bakterium Mycoplasma haemofelis. Die Ansteckung verläuft bei vielen Katzen latent, d.h. unbemerkt. Von diesen scheinbar gesunden Katzen übertragen Flöhe den Erreger jedoch weiter auf andere Katzen, was zu einer zunehmenden Verbreitung führt. So kann bereits bei rund 20 % aller kranken Katzen eine Infektion mit Mycoplasma haemofelis nachgewiesen werden. Zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt es jedoch nur, wenn infizierte Katzen zusätzlich geschwächt werden, z. B. durch Stress, Wurmbefall oder eine Infektion mit anderen Erregern. Es kommt dann zu einer fieberhaft infektiösen Anämie, also einer Zerstörung roter Blutkörperchen kombiniert mit

Klein aber oho! Der Floh. «
Fieber und Appetitmangel bei schlechtem Allgemeinbefinden. Nach Überstehen dieser Phase kann es zu einem chronischen Krankheitsverlauf kommen, bei dem die Probleme schubweise in abgeschwächter Form auftreten.

Gurkenkernbandwurm
Auch einer der häufigsten Bandwürmer bei der Katze, der Gurkenkernbandwurm Dipylidium caninum wird über den Floh übertragen. Die Tiere stecken sich an, indem sie infizierte Flöhe bei der Fellpflege abschlucken. Drohende Gefahren: Wechselnder Appetit, Durchfälle, Verstopfung, Darmverschluss.

Fazit: Die konsequente Prophylaxe gegen Flöhe ist bei Katzen in Deutschland eine unverzichtbare Maßnahme zum Schutz vor oben genannten Erkrankungen. Wobei sie nicht nur dem Schutz des Tieres, sondern auch dem des Menschen dient. Zusätzlich sollte nach einem Flohbefall gegen Bandwürmer entwurmt und die Gesundheit des Tieres aufmerksam beobachtet werden.

Autor: Dr. Torsten Naucke
Verein „Parasitus Ex e.V.


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