Das wurmt Hund und Katze
Regelmäßige Wurmkuren halten Haustiere gesund – Expertenrat: alle drei Monate Quelle: Informationsdienst Tier und Gesundheit (animal) 02.05.08
 » (c) Foto: Sande Hamilton | (animal) Wenn Hunde beim Spaziergang überall
schnuppern, lecken und dabei womöglich Aas
fressen oder Katzen eine Maus als Freund-schaftsbeweis
mit nach Hause bringen, verhalten sie
sich zwar artgerecht, aber aus der Sicht des
Menschen unhygienisch. Die Tiere kommen so
ständig mit Parasiten in Kontakt. Man unterscheidet
Haut- oder Ektoparasiten und innere oder
Endoparasiten, zu denen die Würmer gehören.
Ektoparasiten wie Zecken, Flöhe und Läuse können
mit Halsbändern oder den modernen Spot-on-Präparaten
zum Auftropfen auf die Haut abgewehrt
und bekämpft werden. Gegen Würmer gibt es ein
solches modernes Spot-on-Präparat nur für die
Katze.
Hunde erhalten ihre Wurmkur häufig in Form von Tabletten. Für Hunde und Katzen
gilt gleichermaßen: „Eine regelmäßige Entwurmung ist der einzige Schutz vor Würmern für
unsere Haustiere – und ihre Besitzer“, sagt Dr. Silke Ellerkamp, Tierärztin aus Ahlen.
Haustiere können von einer Vielzahl verschiedener Würmer befallen werden, darunter
Rund-, Band-, Spul- und Hakenwürmer. Nicht alle lösen Beschwerden aus. „Manche Rund-
und Bandwürmer können aber durchaus schwerwiegende Erkrankungen hervorrufen“, bestä-tigt
Ellerkamp. Eine weitere Gefahr besteht in der Übertragung der Würmer auf den Men-schen.
Besonders Bandwürmer wie der auch bei Hunden und Katzen vorkommende Fuchs-bandwurm
können Menschen krank machen. „Die mikroskopisch kleinen Larven des Fuchs-bandwurms
können in die Leber eindringen und das Organ langsam zerstören“, weiß die
erfahrene Ahlener Tierärztin.
Typische Anzeichen eines Wurmbefalls bei Haustieren sind Durchfälle und Gewichtsverlust.
Manchmal kommt es auch zu einem typischen Wurmhusten, da viele Wurmarten durch die
Lunge wandern, bevor sie sich im Darm ansiedeln. „Dort führen die Würmer zu einer Man-gelversorgung
der Tiere mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen“, erläutert Ellerkamp.
Oft ist daher das Fell struppig oder stumpf. Die Tiere können müde und erschöpft wirken.
„Der Wurmbefall lässt sich frühestens einige Wochen nach der Aufnahme der Eier oder Lar-ven
im Kot der Tiere feststellen“, so die Kleintierexpertin. Allerdings scheiden die befallenen
Hunde und Katzen die Eier und Larven nur sehr unregelmäßig aus; das erschwert die Diag-nose.
Um sicher zu gehen, müssten Tierhalter etwa alle vier bis sechs Wochen eine Kotpro-be
ihrer Haustiere beim Tierarzt abgeben. Das ist zeitaufwendig und teuer und wird deshalb
selten praktiziert. In der Regel entwurmen die meisten Hunde- und Katzenbesitzer ihre
Schützlinge daher vorsorglich. Dabei sollten aber wirksame Tierarzneien verwendet werden
und keine womöglich selbst hergestellten Hausmittel, die eher dem Hund als den Würmern
Schaden zufügen. Außerdem ist es wichtig, dass die Entwurmung so viele Wurmarten wie
möglich erfasst.
Studien haben gezeigt, dass eine ein- bis zweimalige Entwurmung pro Jahr keinen ausrei-chenden
Schutz bietet. Die europäische, veterinärparasitologische Organisation ESCCAP
empfiehlt daher, Hund und Katze häufiger zu entwurmen. Wie oft eine Wurmkur erforderlich
ist, hängt von der Haltungsform der Tiere, ihrer Erziehung und ihren Gewohnheiten ab. Hun-de
und Katzen, die überwiegend im Haus gehalten werden, haben seltener Wurmbefall als
Tiere in Zwingern, Tierheimen oder Streuner. Wenn Haustiere häufig Beutetiere wie Nager
oder Vögel aufstöbern, rohes Fleisch oder rohen Fisch fressen, ist die Gefahr eines Wurm-befalls
höher als bei Tieren, die industriell gefertigte Tiernahrung erhalten. „Meine Empfeh-lung
lautet‚ vier Mal im Jahr zu entwurmen“, rät Ellerkamp. Individuelle Ratschläge zu den
Zeitabständen zwischen den Entwurmungen kann jeder Tierarzt erteilen.
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